Monitorhöhe einstellen: Oberkante auf Augenhöhe, eine Armlänge weg
Die richtige Monitorhöhe: Oberkante auf Augenhöhe oder darunter, mindestens 50 cm Abstand. So stellst du die Bildschirmhöhe ein, auch mit Gleitsicht und im Stehen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Oberkante des Bildschirms gehört auf Augenhöhe oder etwas darunter, nie darüber, und für die Bildschirmmitte senkst du nur die Augen.
- Die ASR A6 nennt eine Blicklinie von etwa 30 bis 35 Grad abwärts und mindestens 500 mm Abstand zu den Augen, bei großen Bildschirmen oder zwei Monitoren können bis zu 800 mm nötig sein.
- Ob eine falsche Höhe Nackenschmerzen macht, ist nicht gesichert, ein sehr tief stehender Bildschirm ließ in Studien aber den Kopf stärker nach vorn kippen und die Muskeln mehr arbeiten.
- Mit Gleitsichtbrille gehört der Monitor tiefer, oft mit der Unterkante nahe der Tischplatte, und am Steharbeitsplatz fährt er mit nach oben.
Wann du zum Arzt solltest
Lass es ärztlich abklären, wenn
- Schmerzen in den Arm ausstrahlen
- die Finger kribbeln
- du plötzlich doppelt siehst oder dir schwindelig wird
In diesem Beitrag
Die richtige Monitorhöhe hast du, wenn die Oberkante des Bildschirms auf Augenhöhe oder etwas darunter liegt, nie darüber, und dein Blick leicht abwärts auf die Mitte fällt. Die Arbeitsstättenregel ASR A6 setzt eher tief an: Sie nennt eine Blicklinie, die etwa 30 bis 35 Grad unter die Waagerechte geneigt ist, und mindestens 500 mm Abstand zu den Augen (ASR A6).
Gegen vier Uhr schiebt sich der Kopf Richtung Bildschirm, und der Nacken meldet sich. Oft helfen dann schon zwei dicke Bücher.
Optimale Bildschirmhöhe: Wie hoch sollte der Monitor stehen?
Ergonomisch passt die Bildschirmhöhe, wenn du mit geradem Kopf auf die oberste Textzeile schaust und für die Mitte nur die Augen senkst. Höher darf die oberste Zeile nicht stehen: Laut Unfallversicherung soll sie keinesfalls über der waagerechten Blickachse liegen (DGUV Information 215-410).
Wie weit darunter, ist ein Kompromiss: Ein höherer Bildschirm strengt eher die Augen an, ein tieferer eher die Muskeln (Psihogios et al. 2001). Steht er zu tief, kippt der Kopf nach vorn, und die Nackenstrecker, die Muskeln hinten am Hals, müssen ihn halten. In einer Modellrechnung mit 36 jungen Erwachsenen stieg ihre Last mit jeder Beugung nach vorn (Straker et al. 2009).
Was die Studien zur Monitorhöhe zeigen
So bewerten wir- Beleglage: PlausibelDas Blickziel liegt am besten unter Augenhöhe. Ein Laborversuch mit 12 Teilnehmenden spricht für mindestens 15 Grad unter der Waagerechten.
- Beleglage: PlausibelGanz unten ist auch nicht gut. Stand die Bildschirmmitte 40 statt 15 Grad unter Augenhöhe, neigten 12 Testpersonen in zwei Stunden Lesearbeit den Kopf stärker, und 6 von 10 gemessenen Muskeln arbeiteten mehr.
- Beleglage: UnklarOb eine falsche Höhe Nackenschmerzen macht, ist offen. Bei 1.064 Bildschirmbeschäftigten wurden Nacken- oder obere Rückenschmerzen mit Oberkante nicht auf Augenhöhe nur tendenziell häufiger schlimmer, statistisch nicht gesichert.
- Beleglage: UnklarAls Vorbeugung ist das Einstellen des Arbeitsplatzes kaum geprüft. Ein Cochrane-Review über 15 Studien fand dazu eine einzige, ohne Effekt auf Beschwerden in den Armen.
Die Faustregel mit der Oberkante ist also ein begründeter Mittelweg. Ob sie für dich stimmt, sagt dir dein Nacken nach einer Woche.
Monitor richtig einstellen: so prüfst du Höhe und Neigung
Stell zuerst Stuhl und Tisch nach deinem Körper ein, danach den Bildschirm nach deinen Augen: erst den Abstand, dann die Höhe, zuletzt die Neigung. Die ASR A6 verlangt Bildschirme, die sich ohne großen Kraftaufwand in der Höhe verstellen, drehen und neigen lassen.
Für die Höhe schaust du entspannt geradeaus auf die Wand und senkst dann nur die Augen. Reicht der Standfuß nicht hoch genug, kannst du den Bildschirm höher stellen, mit Bücherstapel, Ständer oder Monitorarm. Zuletzt kippst du ihn oben leicht nach hinten.
So prüfst du deinen Bildschirmplatz
- Deine Füße stehen flach auf dem Boden, die Unterarme liegen waagerecht auf.
- Mit geradem Kopf liegt die oberste Textzeile auf deiner Blickachse oder etwas darunter.
- Für die Bildschirmmitte senkst du nur die Augen, der Kopf bleibt aufrecht.
- Mit ausgestrecktem Arm berühren deine Fingerspitzen etwa den Bildschirm.
- Dein Blick trifft die Bildschirmmitte etwa im rechten Winkel.
- Weder Lampe noch Fenster spiegeln sich im Bildschirm.
- Du liest die Schrift, ohne den Kopf nach vorn zu schieben.
- Mit Gleitsichtbrille siehst du den ganzen Bildschirm scharf, ohne das Kinn zu heben.
Geh die Liste nach einer Woche noch einmal durch, am besten am Nachmittag. Schiebst du den Kopf dann wieder vor, ist die Schrift zu klein oder der Bildschirm zu weit weg.
Welcher Bildschirmabstand bei 24, 27 oder 32 Zoll?
Für normale Büroarbeit reichen 500 bis 800 mm Bildschirmabstand, wenn die Schrift groß genug ist. Um alles ohne Kopfdrehen zu überblicken, nennt die ASR A6 für 24 Zoll 1000 mm, für 27 Zoll ergibt ihre Faustformel rund 1100 mm.
500mm
1,6Faktor
800mm
Für gängige Größen heißt das (ein Zoll sind 25,4 mm):
| Bildschirmdiagonale | Abstand laut ASR A6, um alles ohne Kopfdrehen zu sehen |
|---|---|
| 19 Zoll | 800 mm |
| 22 Zoll | 900 mm |
| 24 Zoll | 1000 mm |
| 27 Zoll | rund 1100 mm (Faustformel) |
| 32 Zoll | rund 1300 mm (Faustformel) |
So tief sind die wenigsten Schreibtische. Sitzt du näher, stell die Schrift größer: Bei 500 mm Abstand empfiehlt die ASR A6 Zeichen von 3,2 bis 4,5 mm Höhe, bei 800 mm von 5,2 bis 7,3 mm. Zwei Monitore stellst du laut ASR A6 gleich weit entfernt auf, den häufiger genutzten mittig. Mehr dazu steht im Check ergonomischer Arbeitsplatz.
Monitorhöhe mit Gleitsichtbrille und am Steharbeitsplatz
Mit Gleitsichtbrille gehört der Monitor tiefer, oft mit der Unterkante nahe der Tischplatte. Am Steharbeitsplatz muss er beim Hochfahren mit nach oben.
In Gleitsichtgläsern liegt die Zone für den Bildschirmabstand schmal und recht tief im Glas. Steht der Monitor auf Augenhöhe, legst du den Kopf in den Nacken, was laut Unfallversicherung Schultern und Nacken verspannen und Kopfschmerzen auslösen kann (DGUV Information 250-008). In einer Dortmunder Feldstudie wurde Gleitsichtträgern der Monitor abgesenkt. Je weniger sie danach den Kopf zurückneigten, desto stärker gingen ihre Beschwerden zurück. Den ganzen Bildschirm sahen sie trotzdem nicht scharf, er hätte noch tiefer stehen müssen (Weidling und Jaschinski 2015).
Reicht das Absenken nicht, steht dir eine arbeitsmedizinische Vorsorge mit Augenuntersuchung zu. Ergibt sie, dass deine normale Brille nicht genügt, muss der Arbeitgeber dir eine spezielle Bildschirmbrille stellen (ArbMedVV, Anhang Teil 4).
Am Steharbeitsplatz gelten laut ASR A6 für Arme, Kopf und Blick dieselben Winkel wie im Sitzen. Auf dem höhenverstellbaren Tisch fährt der Monitor mit, an der Wand oder einem festen Arm stellst du ihn nach. Was Stehen dem Nacken bringt, klärt der Check Sitzen oder Stehen.
Häufige Fragen
Soll die Mitte oder die Oberkante des Monitors auf Augenhöhe sein?
Die Oberkante, und auch sie höchstens. Liegt die Mitte auf Augenhöhe, steht die oberste Zeile über der Blickachse, was die Unfallversicherung ausschließt.
Wie hoch muss ein Laptop stehen?
Wie ein Monitor, mit der Oberkante etwa auf Augenhöhe. Das geht nur mit Ständer und separater Tastatur, die die ASR A6 für Laptops an einem festen Platz ohnehin verlangt, sonst liegen die Hände zu hoch. Wie das im Alltag gelingt, zeigt Laptop ergonomisch arbeiten.
Wie hell sollte der Monitor eingestellt sein?
Etwa so hell wie ein weißes Blatt Papier, das auf dem beleuchteten Tisch liegt. Diesen Vergleich nennt die ASR A6, dazu einen Kontrast von mindestens 4:1 zwischen Schrift und Hintergrund. Schwarze Flächen sollen dabei nicht grau aufhellen.
Was tun, wenn der Nacken trotz richtiger Monitorhöhe schmerzt?
Prüf zuerst Pausen und Schriftgröße, denn Stunden ohne Unterbrechung belasten den Nacken auch am gut eingestellten Bildschirm, wie Nackenschmerzen bei Bildschirmarbeit erklärt. Strahlen Schmerzen in den Arm aus, kribbeln die Finger, siehst du plötzlich doppelt oder wird dir schwindelig, lass das ärztlich abklären. Die Warnzeichen im Einzelnen stehen in Nackenschmerzen: wann zum Arzt.
Quellen
- ASR A6 Bildschirmarbeit, Ausgabe Juli 2024, Gewerbeaufsicht Baden-Württemberg
- DGUV Information 215-410: Bildschirm- und Büroarbeitsplätze, 2019
- Psihogios et al. 2001: Monitor placement effects in VDT users, Applied Ergonomics
- Straker et al. 2009: Visual display height and cervical strain, Ergonomics
- Burgess-Limerick et al. 2000: Visual display height, Human Factors
- Turville et al. 1998: Display height, 15 versus 40 degrees, Applied Ergonomics
- Casjens et al. 2025: Pain among computer workers working from home, J Occup Environ Med
- Hoe et al. 2018: Ergonomic interventions for office workers, Cochrane Review
- DGUV Information 250-008: Sehhilfen an Bildschirmgeräten, April 2026
- Weidling und Jaschinski 2015: Monitor position with progressive lenses, Ergonomics
- Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge, Anhang Teil 4
Dieser Text erklärt, er kann dich aber nicht untersuchen. Wenn die Beschwerden stark sind, lange bleiben oder sich ungewohnt anfühlen, geh damit in eine Praxis.
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