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Mittwoch, 14. Oktober 2026

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Krankschreibung bei Nackenschmerzen: wie lange sie dauert und wer zahlt

Eine Krankschreibung bei Nackenschmerzen richtet sich nach deiner Arbeit, nicht nach einer festen Frist. Wie lange üblich ist, was am Telefon geht und wer zahlt.

Von RMG Redaktion··7 Min. Lesezeit

16 QuellenQuellenstandard

Frau mit dunklen Locken und weißer Bluse sitzt auf einem braunen Ledersofa, in der einen Hand das Handy, in der anderen eine Tasse.
Kennt dich die Praxis, kann bei leichten Beschwerden für die ersten Tage ein Anruf reichen.Foto: Unsplash

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine feste Dauer gibt es nicht, die Praxis schreibt dich krank, solange du deine Arbeit wegen der Schmerzen nicht oder nur mit Gefahr einer Verschlimmerung schaffst, unter dem Kode M54 für Rücken- und Nackenschmerzen dauerte das bei TK-Versicherten 2025 im Schnitt 11,9 Tage.
  • Kennt dich die Praxis, kann sie dich per Video bis zu sieben Kalendertage krankschreiben und bei leichten Beschwerden am Telefon bis zu fünf, abgeschafft ist die telefonische Krankschreibung bis Anfang Oktober 2026 nicht.
  • Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, muss sie spätestens am darauffolgenden Arbeitstag ärztlich festgestellt sein, dein Arbeitgeber darf das auch früher verlangen.
  • In den ersten sechs Wochen zahlt dein Arbeitgeber das Gehalt weiter, danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld in Höhe von 70 Prozent des Bruttos, höchstens 90 Prozent des Nettos.

Wann du zum Arzt solltest

Lass es ärztlich abklären, wenn

  • die Nackenschmerzen nach einem Unfall begonnen haben
  • Fieber zu den Nackenschmerzen kommt
  • der Arm schwächer wird oder dauerhaft kribbelt
In diesem Beitrag7 Abschnitte
  1. 01Wie lange dauert eine Krankschreibung bei Nackenschmerzen?
  2. 02Kann man mit Nackenschmerzen arbeiten gehen?
  3. 03Krankschreibung telefonisch: Gilt das noch?
  4. 04Ab wann braucht der Arbeitgeber eine Krankschreibung?
  5. 05Wer zahlt während der Krankschreibung: Arbeitgeber oder Krankenkasse?
  6. 06Häufige Fragen
  7. 07Quellen

„Wie lange dauert eine Krankschreibung bei Nackenschmerzen, und geht das auch am Telefon?“ Eine feste Dauer gibt es nicht: Die Praxis schreibt dich krank, solange du deine Arbeit wegen der Schmerzen nicht oder nur mit Gefahr einer Verschlimmerung schaffst. Unter dem Kode M54 für Rücken- und Nackenschmerzen dauerte eine Krankschreibung bei TK-Versicherten 2025 im Schnitt 11,9 Tage (TK-Gesundheitsreport 2026). Kennt dich die Praxis, darf sie dich bei leichten Beschwerden bis zu fünf Kalendertage telefonisch krankschreiben.

Wie lange dauert eine Krankschreibung bei Nackenschmerzen?

Eine feste Dauer schreibt keine Regel vor, die Praxis entscheidet nach deiner Arbeit und deinem Verlauf. Im Voraus bescheinigt sie meist höchstens zwei Wochen, wenn es sachgerecht ist, bis zu einem Monat.

So regelt es die AU-Richtlinie. In ihr legt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) fest, wie Praxen krankschreiben.

1bis 2 Wochen

dauert es meist, bis akute Nackenschmerzen abklingen, so das IQWiG.

11,9Tage

dauerte 2025 im Schnitt eine Krankschreibung unter dem Kode M54 für Rücken- und Nackenschmerzen, bei 416.561 Fällen von TK-Versicherten.

34,0Tage

waren es unter dem Kode M50, wenn eine Bandscheibe der Halswirbelsäule die Ursache ist, bei 8.270 Fällen.

Eine Zahl nur für den Nacken nennt die TK nicht. Was M54.2 auf deiner Bescheinigung bedeutet, erklärt HWS-Syndrom.

Kann man mit Nackenschmerzen arbeiten gehen?

Oft ja. Arbeitsunfähig bist du laut AU-Richtlinie erst, wenn du deine zuletzt ausgeübte Tätigkeit wegen der Krankheit nicht mehr oder nur unter der Gefahr einer Verschlimmerung ausüben kannst.

Maßstab ist deine konkrete Arbeit. Mit einer Verspannung im Nacken schaffst du den Schreibtisch vielleicht, das Heben in der Pflege nicht. Die S3-Leitlinie von 2025 empfiehlt dir, aktiv zu bleiben: Körperliche Aktivität bekommt dort den höchsten Empfehlungsgrad A, von Ruhigstellung rät sie ab. Wie viel Bewegung passt, steht in Nackenschmerzen: schonen oder bewegen.

Brauchst du eine Krankschreibung?

Zwei Fragen zu deinem nächsten Schritt.

Schaffst du deine Arbeit gerade, ohne dass der Nacken dabei schlimmer wird?

Fallen dir einzelne Aufgaben schwer, etwa Heben, Arbeit über Kopf oder lange Fahrten?

Warst du in deiner Hausarztpraxis schon einmal persönlich in Behandlung?

Antwort

Du kannst arbeiten, bleib in Bewegung

Schaffst du deine Arbeit ohne Verschlimmerung, bist du nicht arbeitsunfähig. Bleib aktiv, Tipps für den Schreibtisch stehen in Nackenschmerzen bei Bildschirmarbeit.

Antwort

Sprich zuerst mit deinem Arbeitgeber

Fallen nur einzelne Aufgaben schwer, frag, ob du sie ein paar Tage abgeben kannst. Sonst entscheidet die Praxis.

Antwort

Ein Video oder ein Anruf kann reichen

Kennt dich die Praxis, kann sie dich per Video bis zu sieben Kalendertage krankschreiben. Geht kein Video und sind die Beschwerden nicht schwer, am Telefon bis zu fünf.

Antwort

Video für drei Tage, sonst in die Praxis

Kennt dich die Praxis noch nicht, darf sie dich per Video höchstens drei Kalendertage krankschreiben, am Telefon gar nicht.

Laut IQWiG brauchen Nackenschmerzen nach einem Unfall, mit Fieber oder mit Schwäche im Arm rasch ärztliche Hilfe, dauerndes Kribbeln gehört abgeklärt. Welche Zeichen eilen, steht in Nackenschmerzen: wann zum Arzt.

Krankschreibung telefonisch: Gilt das noch?

Ja, abgeschafft ist die telefonische Krankschreibung nicht. Seit 7. Dezember 2023 steht sie dauerhaft in § 4 Abs. 5a der AU-Richtlinie, und § 92 Abs. 4a SGB V schreibt dem G-BA diese Regel für Praxen vor, die ihre Patienten kennen.

Anfang Juli 2026 hat sich die Koalition darauf verständigt, die telefonische Krankschreibung abzuschaffen und die Bescheinigung ab dem ersten Krankheitstag zur Pflicht zu machen (Programm des Koalitionsausschusses). In Gesetz und AU-Richtlinie steht davon bis Anfang Oktober 2026 nichts.

Weg Wann er möglich ist Erste Krankschreibung höchstens
Telefon Praxis kennt dich, keine schweren Symptome, Video nicht möglich 5 Kalendertage
Videosprechstunde Praxis kennt dich 7 Kalendertage
Videosprechstunde Praxis kennt dich noch nicht 3 Kalendertage
Besuch in der Praxis immer 2 Wochen, wenn sachgerecht 1 Monat

Verlängern per Telefon oder Video geht nur, wenn dich die Praxis wegen derselben Beschwerden schon persönlich untersucht und krankgeschrieben hat. Ob Telefon oder Video reichen, entscheidet die Praxis.

Ab wann braucht der Arbeitgeber eine Krankschreibung?

Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, muss sie spätestens am darauffolgenden Arbeitstag ärztlich festgestellt sein. Dein Arbeitgeber darf das auch früher verlangen, schon für den ersten Tag (§ 5 EntgFG).

Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) ist die Krankschreibung, die die Praxis direkt an deine Krankenkasse schickt. Sie hat 2023 den gelben Schein abgelöst (KBV), dein Arbeitgeber ruft bei der Kasse eine Meldung ab (§ 109 SGB IV). Privat Versicherte legen die Bescheinigung selbst vor.

Wenn du dich krankmeldest

  • Du meldest dich unverzüglich bei deinem Arbeitgeber und sagst, wie lange es voraussichtlich dauert.
  • Du rufst früh in der Praxis an und fragst nach Telefon oder Video.
  • Du wartest nicht ab: Rückwirkend bescheinigt die Praxis laut AU-Richtlinie nur ausnahmsweise, in der Regel bis zu drei Tage.
  • Du sagst der Praxis, wenn ein Unfall bei der Arbeit oder auf dem Arbeitsweg dahintersteckt.

Wer zahlt während der Krankschreibung: Arbeitgeber oder Krankenkasse?

In den ersten sechs Wochen zahlt dein Arbeitgeber dein Gehalt weiter, danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld. Die Lohnfortzahlung steht dir zu, sobald dein Arbeitsverhältnis vier Wochen ohne Unterbrechung besteht (§ 3 EntgFG).

Zeitraum Wer zahlt Wie viel
Woche 1 bis 6 Arbeitgeber Gehalt für die regelmäßige Arbeitszeit, ohne Überstunden (§ 4 EntgFG)
ab Woche 7 Krankenkasse 70 Prozent des Bruttos bis zur Beitragsbemessungsgrenze, höchstens 90 Prozent des Nettos (§ 47 SGB V)
insgesamt Krankenkasse wegen derselben Krankheit längstens 78 Wochen in drei Jahren, Woche 1 bis 6 zählen mit (§ 48 SGB V)

Bei erneuter Krankschreibung wegen derselben Krankheit zählen die Tage zusammen. Neue sechs Wochen Lohnfortzahlung gibt es erst nach sechs Monaten ohne Arbeitsunfähigkeit wegen dieser Krankheit oder zwölf Monate nach Beginn der ersten Krankschreibung.

Häufige Fragen

Sieht mein Arbeitgeber, warum ich krankgeschrieben bin?

Nein. Die Meldung, die dein Arbeitgeber abruft, nennt laut § 109 SGB IV deinen Namen, Beginn und Ende der Arbeitsunfähigkeit, den Tag der Feststellung, ob es eine Erst- oder Folgemeldung ist und ob ein Unfall dahinterstecken könnte. Die Diagnose gehört nicht dazu.

Was passiert, wenn ich länger als sechs Wochen krankgeschrieben bin?

Nach sechs Wochen zahlt die Krankenkasse Krankengeld, und spätestens ab dann prüft die Praxis mit jeder Bescheinigung, ob du stufenweise wieder einsteigen kannst. Dabei arbeitest du zum Beispiel mit weniger Stunden und bleibst krankgeschrieben (AU-Richtlinie, § 7). Warst du in einem Jahr länger als sechs Wochen arbeitsunfähig, klärt dein Arbeitgeber mit dir, wie du den Arbeitsplatz behältst. Dieses betriebliche Eingliederungsmanagement läuft nur mit deiner Zustimmung (§ 167 SGB IX).

Gibt es eine Teilkrankschreibung?

Ja, ab 1. Januar 2028. Dann kann die Praxis eine Arbeitsunfähigkeit von 25, 50 oder 75 Prozent deiner Wochenarbeitszeit feststellen, wenn sie mehr als vier Wochen Ausfall erwartet, du einwilligst und dein Arbeitgeber zustimmt. Die geleisteten Stunden bezahlt er als Lohn, für den Rest gibt es anteilig Lohnfortzahlung, danach Krankengeld. So regelt es das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz vom 24. Juli 2026.

Quellen

  1. G-BA: Arbeitsunfähigkeits-Richtlinie, in Kraft seit 21. Februar 2024Gesetzg-ba.de
  2. § 92 SGB VGesetzgesetze-im-internet.de
  3. Bundesregierung: Programm des Koalitionsausschusses, Juli 2026Fachinformationbundesregierung.de
  4. § 3 EntgFGGesetzgesetze-im-internet.de
  5. § 4 EntgFGGesetzgesetze-im-internet.de
  6. § 5 EntgFGGesetzgesetze-im-internet.de
  7. § 109 SGB IVGesetzgesetze-im-internet.de
  8. KBV: ArbeitsunfähigkeitFachinformationkbv.de
  9. § 46 SGB VGesetzgesetze-im-internet.de
  10. § 47 SGB VGesetzgesetze-im-internet.de
  11. § 48 SGB VGesetzgesetze-im-internet.de
  12. § 167 SGB IXGesetzgesetze-im-internet.de
  13. Bundesgesetzblatt 2026 I Nr. 228, GKV-BeitragssatzstabilisierungsgesetzFachinformationrecht.bund.de
  14. DEGAM: S3-Leitlinie Nicht-spezifische Nackenschmerzen, 2025Leitlinieregister.awmf.org
  15. IQWiG, gesundheitsinformation.de: NackenschmerzenFachinformationgesundheitsinformation.de
  16. TK: Gesundheitsreport 2026, ArbeitsunfähigkeitenFachinformationtk.de

Dieser Text erklärt, er kann dich aber nicht untersuchen. Wenn die Beschwerden stark sind, lange bleiben oder sich ungewohnt anfühlen, geh damit in eine Praxis.

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